Totale Spinalanästhesie

Unter einer totalen Spinalanästhesie versteht man eine akut lebensgefährliche Komplikation bei rückenmarksnahen Anästhesieverfahren. Sie kann auftreten, wenn bei Epiduralanästhesie bei fehlerhafter Katheterlage das Anästhetikum versehentlich in den Spinalraum injiziert wird oder wenn bei beabsichtigter Spinalanästhesie zu viel Anästhetikum verwendet wird.

Das Anästhetikum verteilt sich bei einer totalen Spinalanästhesie im gesamten Spinalraum und kann zu plötzlichem starkem Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, weite lichtstarre Pupillen, Bradykardie und Bradypnoe bis hin zum völligen Atmungs- und Kreislaufstillstand führen.

Therapie:

  • Sofortige Intubation und Beatmung mit 100% Sauerstoff.
  • Blutdrucksteigerung mit Vasopressoren, Volumeninfusion, Beckenhochlagerung.
  • Bei Schwangeren kann eine Notfallentbindung mittels Kaiserschnitt notwendig werden.

Absolut sicher vermeiden lässt sich das Auftreten einer totalen Spinalanästhesie nicht. Auch nach Durchführen eines Aspirationstests und Gabe einer Testdosis kann der Katheter bei Epiduralanästhesie noch nachträglich dislozieren und die Dura perforieren.

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