Invasive Pneumokokken-Erkrankung (invasive pneumococcal disease, IPD)

Als invasive Pneumokokken-Erkrankung oder invasive Pneumokokken-Infektion bezeichnet man Infektionen mit dem Bakterium Streptococcus pneumoniae, die große Organe oder das Blut betreffen.

Insbesondere zählen dazu:

Bakteriämie / Sepsis:
Pneumokokkennachweis im Blut des Patienten. Bei Pneumokokkensepsis zusätzlich mindestens zwei Kriterien eines Systemisch Inflammatorischen Response-Syndroms (SIRS): Zu hohe oder zu niedrige Körpertemperatur, Tachykardie, Tachypnoe, Leukozytose oder Leukopenie.
Meningitis:
Pneumokokkeninfektion der Hirnhäute.
Bakteriämische Pneumonie:
Durch Pneumokokken ausgelöste Lungenentzündung in Verbindung mit dem Nachweis von Pneumokokken im Blut.

Eine Pneumokokken-Pneumonie ohne Bakteriämie hingegen zählt nicht zu den invasiven Pneumokokken-Infektionen. Zu den nicht-invasiven Pneumokokken-Erkrankungen gehört außerdem unter anderem die pneumokokkenbedingte Mittelohrentzündungen (Otitis media).

Invasive Pneumokokkeninfektionen kommen besonders bei Immunsupprimmierten gehäuft vor.

Prävention und Therapie

Die Therapie von Pneumokokkeninfektionen erfolt in erster Linie mit Penizillinen oder Aminopenizillinen. Bei Pneumokokkenmeningitis sollte aufgrund der schlechten Liquorgängigkeit der Penizilline auf Cephalosporine (Cefotaxim oder Ceftriaxon) ausgewichen werden.

Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Kinder ab dem 2. Lebensmonat und Senioren ab 60 Jahren empfohlene Pneumokokkenimpfung kann insbesondere invasiven Infektionen gezielt vorbeugen senkt deren Auftretenswahrscheinlichkeit um 50-85%.

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