EKG: P-Negativierungen

Die der Erregungsausbreitung im Vorhof entsprechende P-Welle ist in den Extremitäten- und Brustwandableitungen im Regelfall positiv. Eine Ausnahme stellen die Ableitungen III, aVR, und aVF (hier kann sie negativ sein) sowie V1 und V2 (hier kann sie biphasisch sein) dar.

Fällt in anderen Ableitungen ein negatives P auf, so ergibt sich der Verdacht auf ein ektopes Erregungszentrum im Vorhof außerhalb des Sinusknotens. Die veränderte Erregungsausbreitung innerhalb des Vorhofs ist dann der Grund für die atypisch verlaufende P-Welle. Die veränderte Morphologie lässt Rückschlüsse auf die Lokalisation des ektopen Zentrums zu.

Die P-Morphologie kann dauerhaft verändert sein bei so genannten ektopen supraventrikulären Rhythmen oder nur vorübergehend im Sinne einzelner vom ektopen Erregungszentrum ausgehender supraventrikulärer Extrasystolen.

Ektope supraventrikuläre Rhythmen können bei jugendlichen idiopathisch auftreten. Beim älteren Patienten sind sie oft Zeichen eines Sinusknotensyndroms.

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