Kanalikuläre Magnetstimulation

Die kanalikuläre Magnetstimulation ist eine Methode zur Unterscheidung einer peripheren von einer zentralen Fazialisparese. Hierbei wird der N. facialis in seinem Verlauf im Felsenbein (Fazialiskanal, Canalis n. facialis) durch transkranielle Magnetstimulation stimuliert.

Eine kanalikuläre Untererregbarkeit spricht für eine periphere Fazialisparese, wohingegen bei normaler kanalikulärer Erregbarkeit von einer (oft Schlaganfall-bedingten) zentralen Fazialisparese ausgegangen werden muss.

Hintergrund

Die Stimulation erfolgt durch Anlegen eines starken Magnetfeldes. Durch eine schnelle Veränderung des Magnetfeldes wird über elektromagnetische Induktion ein Strom induziert, der den N. facialis stimuliert.

Bei korrekter Anlage der Reizspule erfolgt die Stimulation hierbei im proximalen Anteil des Facialiskanals, etwa 1 cm nach Eintritt des Nervs in das Felsenbein. Ab dieser Stelle ist der Nerv nicht mehr von Liquor umspült. An diesem Übergang von gut leitender Umgebung (Liquor) zu schlecht leitender Umgebung (Knochen) ist die durch die Stimulation erzeugte Stromdichte am höchsten, sodass sehr zuverlässig an dieser Stelle erregt wird, selbst wenn die Reizspule nicht ganz exakt positioniert wird.

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