Knöcherner Hemithorax

Unter einem knöchernen Hemithorax versteht man eine spezielle Aufnahmetechnik bei der Anfertigung konventioneller Röntgenaufnahmen des Thorax, die zum Einsatz kommt, um Frakturen und Luxationen im Thoraxbereich besser darstellen zu können als in herkömmlichen Thorax-Übersichtsaufnahmen in zwei Ebenen.

Die Aufnahme erfolgt dabei nicht wie sonst üblich im p.a.-Strahlengang (posterior-anterior) und streng seitlich, sondern p.a. oder a.p. (der verletzte Rippenanteil wird filmnah gelagert) und schräg im 45 Grad Winkel, sodass auch die lateralen Rippenanteile besser dargestellt werden können. Kann der Patient einen genauen Schmerzpunkt angeben, so kann dieser zusätzlich mit einer kleinen Bleikugel markiert werden.

Um die knöchernen Strukturen besser zu kontrastieren, wird bei der Aufnahme eines knöchernen Hemithoraxes eine weichere Strahlung (niedrigere Anodenspannung) gewählt:
Üblicherweise liegt die Anodenspannung bei dieser Aufnahme bei etwa 70 kV. Diese weiche Strahlung wird von den knöchernen Strukturen zu großen Teilen absorbiert, sodass sich ein hoher Kontrast ergibt.

Bei der üblichen Thoraxübersichtsaufnahme hingegen wird bewusst eine relativ harte Strahlung (100-150 kV) gewählt wird, um eine kurze Belichtungszeit und damit eine möglichst geringe Bewegungsunschärfe zu erreichen und um bewusst den Kontrast zwischen Knochen und Weichteilen gering zu halten und so eine für die Beurteilung des Lungenparenchyms notwendige Transparenz der Rippen zu gewährleisten.

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