Tumorthrombus

Als Tumorthrombus bezeichnet man Thromben, deren Entstehung durch die Gefäßinfiltration eines malignen Tumors ausgelöst werden. Die Infiltration des Tumors in ein venöses Blutgefäß führt dabei zu thrombotischen Auflagerungen, sodass der Tumorthrombus sowohl aus tumorösen, als auch aus thrombotischem Material besteht.

Tumorthromben bei Nierenzellkarzinomen

Typisch ist das Vorkommen von Tumorthromben beim Nierenzellkarzinom. Hier treten sie in etwa 20% der Fälle auf und haben sogar Einfluss auf die Einordnung des T-Stadiums im TNM-Staging.

Die Thromben können beachtliche Größen erreichen und im Extremfall bis zum rechten Vorhof des Herzens reichen. [1]

Tumorthromben beim HCC

Tumorthromben treten auch auf beim hepatozellulären Karzinom (HCC) auf, hier vorwiegend in der Pfortader. Bei der Diagnostik ist jedoch zu beachten, dass Thrombosen der V. portae nicht immer auf einen Tumor zurückzuführen sind. Oft besteht bei Patienten mit HCC-Verdacht eine Leberzirrhose, die für sich allein schon ein hohes Risiko einer Pfortaderthrombose birgt (verlangsamter Blutfluss, leberinsuffizienzbedingte Fehlfunktionen des Gerinnungssystems).

Man geht bei einer Leberzirrhose im Stadium C nach Child-Pugh von einem Pfortaderthrombose-Risiko von 10-25% aus, bei zusätzlichem Vorliegen eines Leberzellkarzinoms von einem Risiko von etwa 40%.

Weitere Ursachen

Weitere Malignome, die zu Tumorthromben führen sind das Nebennierenkarzinom sowie retroperitoneale Tumoren.


[1] http://content.onlinejacc.org/article.aspx?articleid=1681789

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